Dienstag 5. Oktober 2010 um 19.30 Uhr
Lesesaal der Landesbibliothek, Wiesbaden (Rheinstraße 55/57
Vortrag in Kooperation mit der Hessischen Landesbibliothek und der Volkshochschule Wiesbaden.
Zu Inhalt und Referenten:
Kennen Sie Herzogenberg? Der österreichische Komponist Heinrich Peter Freiherr von Herzogenberg wurde am 10. Juni 1843 in Graz geboren und erhielt in Wien neben juristischen und philosophischen Studien eine exzellente Ausbildung als Komponist bei Otto Dessoff, der ihn auch mit Johannes Brahms bekannt machte. In Wien lernte er seine spätere Frau Elisabeth von Stockhausen kennen eine geistig und musikalisch hochbegabte Persönlichkeit, einige Zeit Klavierschülerin von Brahms, der ihr offenbar mehr als Sympathie entgegenbrachte und lebenslang in freundschaftlich intensivem Briefwechsel verbunden blieb. Diese biografischen Anknüpfungspunkte, vor allem aber der äußerst enge und fruchtbare Einfluss von Johannes Brahms auf das weltliche Schaffen Herzogenbergs begründen das Interesse der Wiesbadener Brahmsgesellschaft, den Komponisten Heinrich von Herzogenberg in einem Vortrag des Wiesbadener Musikwissenschaftlers Dr. Konrad-Jürgen Kleinicke näher kennenzulernen.
In seiner Eigenschaft als langjähriger Leiter des Wiesbadener Knabenchores hat er sich zudem mit der geistlichen Musik Herzogenbergs beschäftigt und in diesem Zusammenhang 1989 dessen Oratorium „Die Geburt Christi“ aufgeführt und auf CD eingespielt. Gerade die Auseinandersetzung mit diesem und weiteren Kirchenwerken des Grazers verspricht interessante Einblicke in die Bachrezeption in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Erwähnenswert schließlich Herzogenbergs Kuraufenthalte zur Linderung seines schweren Rheumaleidens in Wiesbaden, wo er am 9.Oktober 1900 starb. Sein Grabmal auf dem Nordfriedhof ist erhalten.